Das Große im Kleinen erkennen
Zum einen geht diese Philosophie davon aus, dass sich das Große im Kleinen und das Kleine im Großen widerspiegelt – der Mikrokosmos im Makrokosmos und umgekehrt. Nur deswegen kann es Tabellen geben, die Jahreszeiten, Geschmacksrichtungen, Farben, Organe und Gefühle den Fünf Elementen zuordnen. Hier werden die bei uns üblichen Grenzen zwischen physikalischen Erscheinungen, Psychologie, Soziologie und Biologie mühelos überschritten, so als wäre eben alles auf die gleichen Prinzipien zurückführbar, auf ein Naturgesetz, das in allen Erscheinungsformen wirkt.
Die nächste Vorstellung ist, dass der Mensch sich diesem Naturgesetz nicht entgegenstellen sollte – das kostet nur unnötig viel Energie und schwächt uns. Wenn es uns gelingt in Harmonie mit allem zu leben und die Naturgesetze zu nutzen, die sich ohnehin entfalten, dann können wir gesund und kraftvoll leben, zum Wohle aller und genährt von allem, was uns umgibt.
Der dritte wesentliche Gedanke ist, dass es im Kosmos wie in unserem Leben keinen Stillstand gibt. Die Welt ist geprägt von zyklischen Wandlungen, an deren Ende immer wieder der gleiche Anfang steht – wie die Abfolge der Jahreszeiten. Sie ist aber auch geprägt von fortschreitenden Entwicklungen wie dem Werden, Wachsen und Vergehen, bei der jede neue Stufe die Erfahrungen der Vorangegangenen enthält. Dabei verdeutlichen die Fünf Elemente die Rhythmik der Wandlungen im Zusammenspiel von Yin und Yang. All diese Wandlungen entstehen im Fluss der Kraft oder Energie, des Qi. In der TCM geht es immer um das Gleichgewicht der Qi-Dynamik. Yin und Yang ergänzen einander wie sonnig und schattig, weiblich und männlich, schöpferisch und empfangend. So kann es auch in der Ernährung ein zuviel oder zuwenig geben, dass es immer wieder auszubalancieren gilt.